| Home | Konferenzen | Geschichte | EU-Projekt | Publikationen | Institut | Impressum | |||||||||||
Internationale Transcultura Tagung "Recht und Frieden"1. und 2. Oktober 2004 in MerzigKurzbeschreibung In unserer immer enger zusammenrückenden Welt gewinnt die Auseinandersetzung zwischen Menschen über kulturelle Grenzen hinweg zunehmend an Bedeutung. Dieser Entwicklung will das Forschernetzwerk Transcultura Rechnung tragen und begnügt sich nicht mehr mit dem anthropologischen Blick auf "den anderen", sondern erweitert diesen um die Prinzipien der Wechselseitigkeit und der Gleichberechtigung. Bei dieser Anthropologie neuen Typs wird im Gegensatz zum nur interkulturellen Austausch mit den Augen der anderen Kultur auf die eigene geblickt - wechselseitig und gleichberechtigt. Durch stetige Erneuerung des gegenseitigen Wissens soll schließlich eine höhere Präzision der anthropologischen Observation erreicht werden. Dieser transkulturelle Aspekt respektiert die jeweiligen kulturellen Standpunkte, impliziert aber auch die Möglichkeit, einen gemeinsamen Standpunkt zu finden, auf dem es nicht mehr heißt "ich kenne ihn" sondern vielmehr "wir kennen uns". Denn niemand kann von seinem eigenen Standpunkt aus - der sich allein auf den persönlichen Blickwinkel und die Kenntnis der eigenen Kultur beschränkt - zu einem umfassenden Verständnis des anderen gelangen. Diese Methode des gegenseitigen Verständnisses erfordert die fortwährende Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Experten aus verschiedenen Kulturen und Fachgebieten. Dabei werden vor allem Bedeutung und Gebrauch von Schlüsselwörtern (wie Recht und Frieden) in unterschiedlichen kulturellen Kontexten hinterfragt. Diese sollen Im Rahmen der Transcultura Tagungen in ihrer Betrachtung aus den verschiedenen kulturellen Blickwinkeln zusammengetragen werden. In der vom Institut für Rechtsinformatik ausgerichteten Tagung "Recht und Frieden" geht es im weitesten Sinne um Rechtsempfinden. Recht in diesem allgemeinen Sinn kann entweder geschriebenes oder mündlich tradiertes Recht sein. Mit dem Aspekt des mündlichen Rechts ist dabei - insbesondere in Afrika - die mündliche Tradition verbunden sowie das Gewohnheitsrecht. Zur Debatte stehen die folgenden Fragen: - Wie werden diese verschiedenen Formen von Recht in der Praxis umgesetzt? - Welche Rolle spielt das "soft law", also das international praktizierte Recht? - Wie etabliert sich "exportiertes" Recht in der Zielkultur? Wie bringen die Menschen in der Zielkultur dieses nicht verwurzelte Recht im Alltag mit ihrem historisch gewachsenen Rechtsempfinden in Einklang? Die Vortragenden werden aus der Sicht der verschiedenen Rechtssysteme über die Schlüsselwörter Recht und Frieden berichten, während Vertreter der anderen Rechtssysteme aus ihrer Sicht Stellung dazu nehmen. Als Ergebnis der Tagung wird ein reflektierter, dialektisch im Austausch der Repräsentanten der verschiedenen Kulturen entwickelter Blick auf die beiden Begriffe Recht und Frieden erwartet. Auf der Grundlage des gleichberechtigten Dialogs wird somit ein gegenseitiges Verständnis dieser Schlüsselwörter entstehen. |